Fürs gleiche Geld 80 Tage länger arbeiten

Am 21.3. findet der Equal Pay Day in Deutschland statt. Dieser Aktionstag symbolisiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus rechnerisch weiterarbeiten müssen, um das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer zu erreichen. Der Radebeuler „Initiativkreis Gleichstellungspolitik“ beteiligt sich an Aktionen zum Equal-Pay-Day am Dr.-Külz-Ring in Dresden und im Stadtmuseum Dresden.

Frauen werden vielerorts noch immer nur deshalb schlechter bezahlt, weil sie Frauen sind. Männer verdienen (laut statistischen Bundesamt) nicht nur rund 22 Prozent mehr als Frauen, sie erhalten auch häufiger Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Gewinnbeteiligungen und werden öfter befördert. Der EU-Durchschnitt liegt nach den jüngsten Zahlen bei 16,2 Prozent.

Für die leider immer noch bestehende Lohnlücke ist unteranderem die schlechte Bewertung von „typischen Frauenberufen“ ursächlich. Beispielhaft hierfür sind die Gesundheitsberufe, in denen ca. 80% der Beschäftigten Frauen sind. Die hohe fachliche und soziale Kompetenz spiegelt sich immer noch nicht in einer angemessenen und fairen Bezahlung wieder. Diese Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen dürfen wir nicht mehr hinnehmen.Ab 17 Uhr lädt das Aktionsbündnis für Entgeltgleichheit am Dr.-Külz-Ring (Platz vor dem Eingang zur Altmarktgalerie) zu einer Straßenaktion ein.
Unter dem Titel Arbeit in den Gesundheitsberufen „Viel Dienst, wenig Verdienst!“ startet dort unter anderem eine deutschlandweite Unterschriftensammlung für eine Resolution zur Verbesserung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Gesundheit ist ein Thema, das uns alle betrifft! Alle Menschen sind dazu aufgerufen, sich mit den Angestellten im Gesundheitswesen zu solidarisieren. Nur mit einer breiten Beteiligung können wir gemeinsam den Forderungen mehr Nachdruck verliehen. Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ muss endlich zur Realität gemacht werden. Veränderung braucht  Deine Stimme!

Ab 19 Uhr findet im Stadtmuseum Dresden ein Podiumsgespräch unter dem Titel „Viel Dienst, wenig Verdienst – Was ist uns die Arbeit der Gesundheitsberufe wert?“ statt.
Nach einem Impulsvortrag von Prof. em. Dr. Peter Richter (Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der TU Dresden) wird er gemeinsam mit den weiteren Podiumsgäste Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher (Präsidentin des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen), Dagmar Neukirch (MdL gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag), Alexander Krauß (MdL sozial- und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag), Heidi Becherer (gleichstellungs-politische Sprecherin des DGB Sachsen) und Michael Junge (Vorsitzender des Sächsischen Pflegerates) zur Thematik ins Gespräch kommen. Moderiert wird das Gespräch von Sabine Ridder (Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V.).

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