Auch das Landratsamt lässt Flüchtlinge in der Kälte warten

Bei Temperaturen unter Null Grad haben am Dienstagmorgen weit über hundert Flüchtlinge vor dem Landratsamt Meissen auf die Öffnung des Ausländeramtes gewartet, um das ihnen zustehende Taschengeld in Empfang zu nehmen.

„Dass der Sicherheitsdienst nach der Öffnung trotz derKälte nur wenige Personen eingelassen hat und ein großer Teil der frierenden Flüchtlinge in der Kälte stehen bleiben musste, war ein haltloser Zustand.
Aus den Erfahrungen in Berlin und den dortigen Verhältnissen, die durch die Bundespresse gehen, hätte man lernen können. Es ist deshalb völlig unverständlich, dass in Meißen nun Ähnliches passiert, zumal zu Beginn des Jahres neue gesetzliche Bestimmungen umgesetzt werden.
Vollkommen nachvollziehbar ist, dass bei diesen niedrigen Temperaturen, so bald das Amt öffnet, jeder der Erste sein möchte, um so schnell wie möglich wieder in seine Warme Unterkunft zu kommen. Außerdem haben die Flüchtlinge in ihren Heimatländern oftmals die Erfahrung machen müssen, dass das Geld auch „alle“ sein kann. Eine Rangelei ist eine absehbare Konsequenz aus dieser Situation.“ erklärt Martin Oehmichen Sprecher für Asylpolitik der Fraktion SPD/GRÜNE/PIRATEN im Kreistag Meissen

„Dass das Landratsamt für die frierenden Frauen und Kinder einen Beratungsraum zum Aufwärmen geöffnet hat, ist eine Geste und ein erster Schritt, jedoch bei weitem nicht ausreichend.“

„Allein die Ankündigung, dass das Landratsamt seine Informationspolitik unter den Flüchtlingen verbessern und verbreiten möchte, ist nicht ausreichend. Im Hinblick auf weitere kalte Tage in den nächsten Wochen muss das Landratsamt ein Konzept entwickeln und sofort umsetzen. Allen Wartenden muss ein Platz in den warmen Räumen des Landratsamtes ermöglicht werden.“ fordert Oehmichen abschließend.

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