Ausbeutung in der Altenpflege

Die Sächsische Zeitung berichtet unter der Überschrift „Alles nur ein Tippfehler?“ (Link zum Artikel) über ein unterdessen entferntes schockierendes und unwürdiges Ausbildungsangebot eine Radebeuler Seniorenresidenz, mit einer extrem niedrigen Vergütung, bei der Jobbörse der Arbeitsagentur.

Die Ausbeutung bezüglich der Entlohnung von Auszubildenden, Pflegehilfskräften und Pflegefachkräften sowie das Ausüben von psychischem Druck ist leider kein Einzelfall. Verglichen mit allen anderen Bundesländern bildet Sachsen bezüglich der Honorierung und damit auch Wertschätzung, von Arbeitskräften in der Altenpflege, abgeschlagen das traurige Schlusslicht.
Für die steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen brauchen wir jedoch genügend gut qualifizierte und engagierte Pflegekräfte. Schon jetzt ist ein horrender Mangel an Arbeitskräften in der Altenpflege nicht mehr zu leugnen. Eine wirkliche Kehrtwende bezüglich der Entlohnung und dem Pflegeschlüssel zu einem fairen Gehalt verbunden mit einem Absenken des Pflegeschlüssels ist notwendig. Sollte diese ausbleiben ist ein Absenken der derzeitigen Standarts unabdingbar und leider keine gewünschte fachlich korrekte und menschenorientierte Pflege mehr möglich. 

Wir alle müssen ein Bewusstsein für das Thema Pflege entwickelt, denn es wird jede und jeden von uns treffen ob als pflegende oder gepflegte.
Pflegekräfte müssen ein angemessenes faires Gehalt verdienen. Für ein angemessenes Gehalt zu sorgen, ist jedoch in erster Linie Aufgabe der Tarifpartner. Die Politik hat darauf nur sehr begrenzten Einfluss. Ein Mindestlohn kann allenfalls eine untere Auffanglinie für Hilfskräfte bilden, als Orientierung darf er nicht dienen. Ein weitere Mittel ist es Tarifverträge für allgemein verbindlich zu erklären.

Es muss jedoch endlich in Sachsen eine untere Auffanglinie bezüglich des Lehrlingsentgeltes festgelegt werden. Die Rückerstattung des Schulgeldes nach der Ausbildung ist hierfür nur der erste Schritt. Auszubildenden muss von Beginn an der kostenlose Zugang zu Berufsschulen und Lehrmitteln ermöglicht werden.

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