Baumfrevel in Radebeul nur eine Bagatelle?

Die  Kastanienbäume auf der Karl-Marx-Straße wurden 1996 gepflanzt, um die Straße wieder vollständig zu begrünen. Der Anblick zweier Kastanien ist jedoch sehr eigenartig. Zur Straße hin haben die Bäume eine voll ausgebildete Krone, zur Grundstücksseite hin gibt es jedoch keinen einzigen Ast.
Die Stadtverwaltung ist als Verwalter öffentlichen Eigentums verpflichtet, dieses zu schützen  und Sachbeschädigungen zu ahnden. Doch da beschädigt ein Anwohner seit Jahren rechtswidrig und vorsätzlich Stadteigentum, indem er halbseitig die Kronen der vor 16 Jahren mit öffentlichen Geldern neugepflanzten Straßenbäume vor seinem Haus abschneidet. Der Stadtverwaltung liegen seit Jahren Beschwerden dazu vor, aber sie kann angeblich nichts tun, weil sie den Täter nicht auf frischer Tat ertappt hat.
Warum wurde bisher die Polizei nicht eingeschaltet? Warum wurde keine Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt, wie das bei jeder abgeknickten Autoantenne möglich ist? Immerhin ist eine Beschädigung öffentlichen Eigentums nach §304 Strafgesetzbuch eine Straftat und sogar mit einem erhöhten Strafmaß bewehrt: „(1)Wer rechtswidrig … Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen, beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2)Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer in Absatz 1 bezeichneten Sache oder eines dort bezeichneten Gegenstandes nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert. (3)Der Versuch ist strafbar.“
Gegenüber der Presse leugnet der vermutliche Täter noch nicht einmal seine Taten, sondern rechtfertigt sie locker. Offenbar aus seiner Erfahrung, dass Baumfrevel in Radebeul nur eine Bagatelle darstellt.

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