Busverkehr ist kein adäquater Bahnersatz und führt zu massiven Fahrgastverlusten

Grüne: Landrat Steinbach muss in der VVO-Verbandsversammlung am 28.11. die Abbestellung der Regionalbahn 110 zwischen Meißen und Döbeln verhindern

Am 28.11. 2013 entscheidet sich die Zukunft des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke zwischen Döbeln, Roßwein, Nossen und Meißen im Rahmen der Verbandsversammlung des VVO. Der Betrieb der Strecke ist ab 2015 nur noch optional ausgeschrieben. Der Verbandsversammlung des VVO liegt nun ein Beschlussvorschlag vor, zwischen Meißen und Döbeln auf Busverkehr umzustellen.

Dazu erklärt Martin Oehmichen: „ Der Landrat Steinbach hat es nun in der Hand, die drohende Abkopplung von Nossen Richtung Meißen zu verhindern. Ich erwarte sein Veto in der VVO-Verbandsversammlung, wenn über die drohende Abbestellung des Schienenverkehrs auf der Strecke Meißen-Nossen-Roßwein-Döbeln entschieden wird. Er hat öffentlich die Bedenken gegen die Abbestellung der Bahn geteilt – nun möchten wir Grünen Taten von ihm sehen! Eine Vertagung der Abstimmung ist für uns zwingend. Denn die versprochene ergebnisoffene Abstimmung über die Abbestellung der Bahn ist nur möglich, wenn es auch ein Konzept für den Erhalt gibt. Bisher liegt ein solches von VVO-Seite nicht vor. Ein Konzept für den neuen geplanten Busverkehr ist ebenfalls nicht vorhanden. Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands zeigen, dass der Ersatz einer Regionalbahnstrecke durch eine Busverbindung ca. 50 Prozent Fahrgastverluste verursacht.“

Neben dieser Forderung schlagen die GRÜNEN Maßnahmen für eine Steigerung der Fahrgastzahlen, eine schnelle Anbindung nach Dresden sowie eine einheitlichen Tarifstruktur und geeignete Tourismusangebote vor.

„Das die Bahnstrecke durchaus Potential hat, ist unstrittig. Bis 2001 verkehrten auf der Strecke schnelle Regionalexpressfahrten (mit einer Anbindung nach Dresden) mit täglich ca 1.000 Fahrgästen. Nach der Flut 2002 wurde die Strecke für insgesamt 45 Millionen Euro ertüchtigt. Allerdings verschlechterte sich das Angebot dramatisch. Ein einheitlicher Nahverkehrstarif ist für die Steigerung der Fahrgastzahlen absolut notwendig. Im Moment durchquert die Linie drei Verkehrsverbünde mit jeweils eigenen Tarifstrukturen. Die schwierige Tarifstruktur wirkt abschreckend und selbst einfachste Entwirrungen scheinen misslingen zu sollen. Der VCD Sachsen deckte auf, dass das Pendlerticket in der Onlineauskunft der Bahn mit 254,50€ angezeigt wird, obwohl es tatsächlich nur 42,50€ kostet.“, fordert Oehmichen.

„Wenn Fahrradtouristen auf Umwege geschickt werden und Tourismusmaßnahmen trotz beeindruckender Orte und Landschaften an der Strecke leider Fehlanzeige sind muss man kurzum feststellen: Das Potenzial dieser Strecke wird vorsätzlich in die Triebisch gekippt.“

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