Die Energiewende kommt nicht nach Radebeul!

Im Oktober 2012 ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap, dass 93 % der BundesbürgerInnen den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien für „wichtig“ bis „außerordentlich wichtig“ halten. Zur öffentlichen Vorstellung der Radebeuler Energiestudie allerdings war kein einziger Mitarbeiter und keine einzige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung gekommen, so dass eine Diskussion interessierter BürgerInnen mit städtischen Vertretern ausfiel. Statt dessen äußerte sich Radebeuls OB Wendsche in der Presse. Er scheint eine krankhafte Abneigung gegen regenerative Energien zu haben, wenn er meint: „Wir dürfen nicht mit einem extra großen Schinken nach einer ganz kleinen Wurst werfen.“ Was er hier als ganz kleine Wurst herunterspielt, hat jedoch inzwischen eine ganz entscheidende Rolle im Energiemix. Denn der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch betrug 2011 bereits über 20,0 %. Erneuerbare Energien nehmen damit nach der Braunkohle (24,6 %) den zweiten Platz bei der Stromerzeugung ein. Und sind unsere Stadtwerke mit einen Anteil von 12 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen wirklich schon auf gutem Wege? Oder hinken wir vielmehr der allgemeinen Entwicklung hinterher?
Beim Thema Energiewende, das ja nicht nur Strom, sondern auch Wärmedämmung, Energieeinsparung, Nahwärmekonzepte, Klima usw. umfasst, fielen im Bundestag gerade die Worte: Totalversager, Bremser und Blockierer. Solche Vorwürfe kann man uns Radebeul eigentlich nicht machen. Denn einen Zug, der noch gar nicht losgefahren ist, kann man schließlich nicht bremsen.

Leserbrief zum Artikel SZ Radebeul, 14.03.2013: Die Energiewende kommt nach Radebeul

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