Für ein vorbildlich geführtes kommunales Krankenhaus

In den letzten Wochen überschlugen sich die skandalösen Meldungen über die Vorgänge in den Elblandkliniken.
Nach zahlreichen persönlichen Gesprächen mit MitarbeiterInnen, Ärztinnen, Ärzten und PatientInnen stellte sich heraus, dass seit Jahren MitarbeiterInnen systematisch ausgebeutet, unter Druck gesetzt und oft im Rechtsstreit nicht haltbaren Beschuldigungen ausgesetzt werden. Natürlich leiden darunter das Arbeitsklima, die Motivation, die Qualität der medizinischen Betreuung und demzufolge auch der Ruf.
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Dienstleistungsbereiche des Klinikums ausgegliedert. Hierfür wurden zahlreiche neue Tochtergesellschaften gegründet. Die dadurch entstandenen Konstruktionen sind nunmehr kaum noch zu durchschauen. Immer schwieriger wird es die Bilanzen nachzuvollziehen.

Aus unserer Sicht sind außerdem falsche strukturelle Entscheidungen getroffen worden. Die Investitionen besonders im Krankenhaus Riesa sind überdimensioniert und entsprechen nachweislich nicht dem Bedarf.
Wir fürchten, dass das kommunale Klinikum vorsätzlich in die Insolvenz getrieben wird und dann nur noch der Weg der Privatisierung bleibt, die schon immer Wunsch des Landkreises war. Im Jahr 2003 hatte sich die Bevölkerung durch Unterschriftensammlung gegen die Privatisierung gestellt.

Es gibt gute Gründe dafür, die noch in öffentlicher Hand befindlichen Krankenhäuser nicht zu privatisieren. Wir stehen und kämpfen dafür.

Martin Oehmichen
Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitspolitik

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