Kahlschlag auf Weingut Hoflößnitz

Am 5. September wurden auf dem Gelände des Weingut Hoflößnitz unzählige Bäume gefällt. Der Zeitpunkt der Baufällungen ist nicht nachzuvollziehen. Laut Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es ab 1. März bis 30. September außerhalb des Waldes verboten Bäume, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden. Mit dieser Schonzeit soll unter anderem den vielen Vogelarten, aber auch Insekten und kleinen Säugetieren der notwendige Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsraum erhalten werden.
Auf dem Gelände der Hoflößnitz soll Aufgerebt werden. Neue Rebflächen sollen zu einem höheren Ertrag und damit zu einer Gewinnsteigerung führen. Der derzeitige Fällungszeitpunkt wäre jedoch selbst mit der Begründung einer Aufrebung nicht nachzuvollziehen. Es ist unüblich, dass Weinreben vor dem Winter gepflanzt werden. Die kurz vor der kalten Jahreszeit gepflanzten Weinreben verfügen in der kalten Jahreszeit noch nicht über eine ausreichend ausgebildete Frostbeständigkeit. Demzufolge ist damit zu rechnen, dass viele der neuen Reben den Winter nicht überstehen werden. Aus diesem Grund muss im Frühjahr zur Erneuerung der abgestorbenen jungen Weinreben erneut investiert werden. Wenn die Aufrebung im Frühjahr geplant ist, hätte man mit diesem Kahlschlag wenigstens auf den Ablauf der Schonzeit warten könne.
Wenn man bespielgebend diese nichtdurchdachte Durchführung von Baumfällungen und Aufrebung betrachtet ist es für alle sehr leicht nachvollziehbar, warum die Hoflößnitz regelmäßig rote Zahlen schreibt. Es ist unglaublich wie unüberlegt und freigiebig die Hoflößnitz mit Stadtgeldern umgeht.

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