Landärzte gesucht!

Viele Jahre hat allen voran die sächsische CDU geleugnet, dass ein Ärztemangel droht. Auch jetzt kann die CDU keine aussagekräftige Prognose darüber abgeben, wie die medizinische Versorgung aller sächsischer Regionen im Jahr 2020 aussehen wird.
Da derzeit ein Viertel aller sächsischen Hausärzte älter als 60 Jahre alt sind und 12 Prozent sogar älter als 65 Jahre sind, ist es offensichtlich, dass für eine ausreichende medizinische Versorgung dringender Handlungsbedarf besteht!

Lösungsvorschläge mangelhaft

Die Forderung bisherige Tätigkeiten sächsischer Landärzte beispielsweise auf Krankenpflegekräfte oder auf Altenpflegekräfte zu übertragen wird derzeit schon umgesetzt, ist jedoch definitiv der falsche Weg!
Die Delegation von Leistungen auf nichtärztliches Personal hat für dieses die Folge, dass sie mehr Verantwortung tragen müssen und vor allem werden sie einem deutlich höheren Haftungsrisiko ausgesetzt. Folgerichtig müsste sich die steigende Verantwortung positiv auf ihr ohnehin schon viel zu geringen Einkommen niederschlagen, wovon wir in Sachsen jedoch noch weit entfernt sind. Aufgrund von ökonomischen Erwägungen geht es bei dieser Lösung im Endeffekt nur um das etablieren einer medizinischen Versorgung zweiter Klasse in den ländlichen Regionen mit geringer Hausarztdichte.
Die alleinige Forderung nach mehr Medizinstudienplätzen führt zu keiner Besserung, da Absolventen aufgrund der häufig unattraktiveren Tätigkeit in Sachsen nachher in andere Regionen abwandern.

Neue Formen umsetzen

Die wirkliche Lösung für dieses Problem ist die Schaffung von mehr Attraktivität der Landarzttätigkeit. Ärzte, Therapeuten, ApothekerInnen und Pflegekräfte müssen in Versorgungszentren zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit bietet eine Chance für Ballungsräume aber vor allem auch für die ländlichen Regionen.
Damit mehr Ärzte in die ländlichen Regionen ziehen, müsste deren Arbeit auf dem Land allerdings besser bezahlt werden als die in den Ballungszentren. Die derzeitige Anschubfinanzierung für Praxen allein reicht nicht. Auch die Scheine zum Abrechnen der Behandlung sollten dem Arzt im Dorf mehr Geld einbringen als in der Stadt.
Neue Formen der Landarztpraxen in denen sich mehrere Ärztinnen und Ärzte aus den Städten zusammenschließen sind eine weitere Möglichkeit die dringend notwendige Dichte der Landarztpraxen zu erreichen. Jedes Mitglied einer Gemeinschaftspraxis könnte bei dieser Möglichkeit an einem festen Wochentag anstelle in der „Stadtpraxis“ in der „Landpraxis“ für die Patientinnen und Patienten  ansprechbar sein. Mit dieser innovativen Praxisform wird die erforderliche tägliche Ansprechbarkeit der Landpraxis gewährleistet.

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