Neue Kötzschenbrodaerstraße ohne Schutzangebot für Radfahrende

Nun ist es so weit. Heute wird nach einer langen Bauphase die Kötzschenbrodaer-Straße für den Verkehr freigegeben. Die Fraktion Bürgerforum/GRÜNE hat damals im Stadtrat dieser Planung aus verschiedenen Gründen nicht zugestimmt. Ein Beispiel ist der fehlende Schutzstreifen für Radfahrende.

Die Anordnung eines Radfahrstreifens (durchgezogene fette Linie mit Z 237 StVO und Radwegbenutzungspflicht) war leider aufgrund verschiedener Gegebenheiten (wie beispielsweise die Breite der Straße) nicht realistisch. Die Fraktion Bürgerforum/GRÜNE forderten jedoch die Anordnung eines Radschutzstreifens (gestrichelte Linie darf im Bedarfsfalle von Kfz überfahren werden).

Radschutzstreifen können angelegt werden, wenn eine Radwegbenutzungspflicht erforderlich wäre, die Anlage eines Sonderweges aber nicht möglich ist oder dem Radverkehr ein besonderer Schonraum angeboten werden soll und Fahrbahnbreite und Verkehrsstruktur es grundsätzlich zulassen. Der zweite Halbsatz ist interessant, denn im Prinzip ist es gerade ein Vorteil des Schutzstreifens gegenüber Radstreifen und Radwegen, dass man ihn auch dort anlegen kann, wo keine Radwegbenutzungspflicht infrage kommt (z.B. bei wenig Autoverkehr). Dies bedeutet, einen Radschutzstreifen – zumal bei ca. 12.000 Kfz/d – hätte die Stadtverwaltung, wenn sie dies gewollt hätte, natürlich anordnen können.

Die Idee des Schutzstreifens ist es hauptsächlich, ein gutes Angebot für den Radverkehr zu machen – deshalb hieß der Radschutzstreifen, als er vor Jahren entwickelt wurde erst auch Angebotsstreifen. Insbesondere ältere Radfahrende, aber auch viele andere aus allen Altersklassen fahren ungern auf der Fahrbahn im Mischverkehr. Mit dem Schutzstreifen steigt das Sicherheitsgefühl. Dadurch, dass Radfahrende dann nicht mehr auf dem Gehweg fahren (ob der an so einer Straße für Radfahrer freigegeben ist oder nicht, interessiert in der Regel aufgrund des höheren Sicherheitsgefühls niemanden), fällt viel Ärger an Einfahrten und Einmündungen weg und Sicherheitsverluste durch ab- und einbiegende Kfz verringern sich. In der sich verändernden Mobilität weg vom KFZ sollten bei jeder Straßensanierung die Belange aller Verkehrsteilnehmer, ohne ausschließlichen Priorität für KFZ-Verkehr, berücksichtigt werden.
Die Ausrede, zukünftig soll der Gottesacker saniert werden und außerdem gibt es den Elberadweg ist fadenscheinig. Alle wissen, ein gutes Angebot für Radfahrende regelt die Nachfrage und damit die steigende Nutzung. Mit einer steigenden Anzahl von Radfahrenden sinkt die Anzahl von KFZ’s auf den Straßen wodurch die durch sie verursachten hohen Instandhaltungskosten der Straßen deutlich reduziert werden würden.

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