Pflegenotstand: Für Selbstbestimmung keine Zeit!

Der Mangel von engagierten und kompetenten Fachkräften sowie die mangelnde Attraktivität von Arbeitsplätzen stellen alle sozialen Dienste und Einrichtungen vor große Herausforderungen.
Menschen mit einer Beeinträchtigung, die mehr oder weniger Unterstützungsbedarf haben, müssen möglichst selbstbestimmt am Leben der Gesellschaft teilhaben können. Das Selbstbestimmungsrecht der pflegAusbildung, ebedürftigen Menschen muss garantiert werden. Dazu ist es notwendig, die Wünsche und Ziele der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Pflege- und Assistenzkräfte haben die Aufgabe, sich auf die Bedürfnisse der Hilfebedürftigen einzustellen. Hierzu braucht man ausreichend engagierte und kompetente Fachkräfte.152.000 MitarbeiterInnen fehlen zusätzlich

Eine Ausbildung in Pflege und Begleitung ist eine wichtige und notwendige Investition in die Zukunft.
In den kommenden Jahren führt der demografische Wandel dazu, dass immer weniger Pflegekräfte immer mehr multimorbide ältere Menschen versorgen müssen. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes werden bundesweit bis 2025 ca. 152.000 MitarbeiterInnen zusätzlich in den Pflegeberufen fehlen. Pflege und Assistenz müssen sich auch für die vielen engagierten Fach- und Nachwuchskräfte lohnen. Hierzu muss allen Interessierten ein guter Zugang zum Pflegeberuf ermöglicht werden und ein attraktiver Karriereweg aufgezeigt werden.

Anzahl Pflegebedürftiger steigt um bis zu 70 Prozent

Im Jahr 2009 gab es in Sachsen 131.714 pflegebedürftige Menschen. Im Jahr 2030 soll es laut Schätzungen des Statistischen Bundesamts 191.000 Pflegebedürftige in Sachsen geben, dies ergibt einen Anstieg um ca. 45 Prozent. In einer Studie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz geht man in einer optimistischen Schätzung für das Jahr 2050 von 193.000 und in einem Status-Quo-Szenario von 224.000 Pflegebedürftigen aus (ca. 70 Prozent Anstieg).

Chance verspielt

Die geburtenstarken Jahrgänge aus der Zeit zwischen 1955 und 1965 sind momentan noch erwerbstätig. Auf Grund der Alterung der Gesellschaft ist mit einem deutlichen Rückgang der SchulabgängerInnen zu rechnen. Damit muss man auch davon ausgehen, dass die BewerberInnenzahlen in Pflege und Assistenz trotz steigender Bedarfe deutlich sinken werden.
Sachsen muss heute verstärkt für die Zukunft ausreichend Nachwuchskräfte ausbilden. Bei einer Auswertung der BewerberInnenzahlen an evangelischen Ausbildungsstätten und Einrichtungen in den Jahren 2009-2011 aus den Bereichen der Altenpflege und Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege wurde deutlich, dass es mehr adäquate Bewerber als von den Bundesländern bewilligte Ausbildungsplätze gibt.

Demenz überfordert

Das Jahr der Pflege ist vorbei und Enttäuschung macht sich breit. Beim Fachkräftemangel  und am Personalschlüssel vor Ort hat sich sehr wenig geändert.
Die Attraktivität der Berufsausbildung  wird außerdem dadurch beeinträchtigt, dass Berufsabschlüsse der einzelnen Bundesländer nicht in jedem Bundesland anerkannt werden. Erschreckend ist es, dass sich der Großteil der Auszubildenden im Umgang mit Demenzerkrankten Patienten überfordert fühlt. Die Altenpflegeschulen verfügen im Gegensatz zu den Schulen der Gesundheits- und Krankenpflege über vielfältige Ansätze und Übungsmöglichkeiten im Umgang mit Demenz erkrankten Menschen.  Daher müssen neue Konzepte der Ausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Heilerziehungspflege entwickelt und umgesetzt werden.

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