Radebeul überträgt Jugendsozialarbeit an freien Träger

Die Jugendsozialarbeit ist eine Investition in die Zukunft! Jetzt soll die Jugendsozialarbeit vollständig an den freien Träger JuCo Coswig übertragen werden. Die JuCo ist eine 100 prozentige Tochter der Stadt Coswig. Radebeul als jüngste Stadt im Landkreis hat in unseren Augen eine besondere Verantwortung gegenüber den Kindern Jugendlichen unserer Stadt.

Motivierte und engagierte Mitarbeiter, sind für eine qualitativ hochwertige und präventive Jugendarbeit, welche wir uns vermutlich alle wünschen, einer der entscheidenden Bausteine.

Zur Mitarbeitermotivation gehört beispielsweise eine faire und dieser wichtigen Aufgabe gerechte Entlohnung. Die JuCo entlohnt derzeit nur angelehnt an den öffentlichen Tarifvertrag, und nicht wie die Stadt Radebeul nach dem öffentlichen Tarifvertrag.
Eine finanzielle Schlechterstellung der Mitarbeitenden ist (wie Herr Bürgermeister Lehmann auch soeben bestätigte) derzeit nur bis 2019 vertraglich ausgeschlossen, was danach passiert ist derzeit vollkommen unklar. Wir vermuten das zukünftig leider finanzielle Abstriche zu erwarten sind.

Auch die Dauer der Arbeitsverhältnisse ist zumindest nach 2019 unsicher. Ein freier Träger ist wie die Stadt Radebeul auf Projektfördergelder angewiesen. Das ein freier Träger demzufolge langfristiger planen kann als derzeit die Stadt ist nicht wahr, denn die Förderzeiträume sind die gleichen und bedeuten demzufolge auch zukünftig höchstwahrscheinlich leider befristete Arbeitsverträge.

Das die Konzeptionen und damit Schwerpunkte der Aufgaben und Projekte vertraglich festgelegt mindestens einer jährlichen Evaluation in Abstimmung mit der Kommune unterliegen ist wichtig und notwendig.

Außerdem sehen wir den Ablauf und die Informationen zur Entscheidungsfindung bezüglich der Übertragung in dieser Form kritisch. Uns Stadträten wurden teilweise Anlagen verspätet beziehungsweise erst auf Nachfrage zur Kenntnis gegeben. Außerdem wurde uns diese jetzt vorgeschlagene Lösung als alternativlos dargestellt.
Keine weiteren Träger wurden vorgestellt oder Möglichkeiten der Gründung eines eigenen freien Trägers wurden in unseren Augen mit nicht nachvollziehbaren Kriterien und für uns Stadträte nicht einsehbar abgetan.Ja, man kann sagen es galt, stimmt zu oder die Jugendsozialarbeit stirbt.

Gerade in der heutigen Zeit, mit Einstellungen und Meinungen, wie gerade eben erst in dem von der Staatsregierung beauftragten Sachsenmonitor festgestellt, ist eine präventive, bildende und motivierende Jugendsozialarbeit für unsere Zukunft dringend erforderlich um nicht in die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte zurückzufallen .

Wir, und ich auch aus eigner Erfahrung, schätzen die JuCo Coswig als anerkannten und guten Träger. Bei dieser Vorlage stimmen wir jedoch aufgrund der soeben benannten Unsicherheiten und Unklarheiten unterschiedlich ab.

Wir alle wissen unsere derzeitige Jugendsozialarbeit weist durch aus auch Schwachstellen auf. Sollte heute dieser Vorlage mehrheitlich zugestimmt werden, wünschen wir der JuCo Coswig viel Kraft, Kreativität und auch Mut neue Wege der Jugendsozialarbeit zum Wohne der Kinder und Jugendlichen zu beschreiten.

Diese Rede hielt Martin Oehmichen am 23.11.2016 im Radebeuler Stadtrat für die Fraktion Bürgerforum/GRÜNE. Mehrheitlich stimmte der Stadtrat trotz der unbestrittenen Unsicherheiten dem Beschlussvorschlag zu. (Es gilt das gesprochene Wort)

Teile diesen Inhalt: