Sachsenhymne: Junge Union Meißen Furcht vor BürgerInnenwille

Die Junge Union Meißen fordert die Lobpreisung „Gott segne Sachsenland“ als sächsische Hymne einzuführen. Diese Jubelouvertüre entstand 1815 zu Ehren Königs Friedrich August I. von  Sachsen auf die bekannte englische Melodie von God save the Queen. Die Forderung nach dieser Hymne lehnen die Jungen Grünen und die Jusos aus dem Kreis Meißen entschieden ab und kritisieren den Vorschlag zur Auswahl als intransparent und undemokratisch. Eine Hymne ohne gewachsene Tradition wird entgegen den Hoffnungen der JU nicht zu einer stärkeren Bindung an unsere sächsische Heimat führen.

Martin Oehmichen von den Jungen Grünen Kreis Meißen erklärt hierzu: „Transparenz und Bürgerbeteiligung sind unabdingbare Pfeiler unserer Demokratie. Die Festlegung der Jungen Union auf diese Hymne ohne die sächsischen Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen verdeutlicht das ungewöhnliche Demokratieverständnis der Jungen Union. Meine Forderung einer repräsentativen Umfrage wurde von dem Kreisvorsitzenden der Jungen Union, Johannes Fiolka, mit dem Worten „Wenn wir die Bürger jetzt auch noch nach jeder Straßenlaterne befragen, wo soll das denn enden“ schnell abgetan. Offenbar ist der Bürgerwille für die JU unbedeutend. Wir sind hingegen der Auffassung, dass alle Bürgerinnen und Bürger bei der Entscheidung für oder gegen eine Hymne sowie in die Abwägung verschiedener Varianten adäquat einbezogen werden müssen. Dabei ist fraglich, ob eine solche Hymne noch zeitgemäß ist.“Christian Heine, der Vorsitzende der Jusos Meißen, stellt fest: „Die Forderung nach einer Einführung einer sächsischen Hymne empfinde ich mehr als überflüssig und weltfremd. Nicht nur, dass eine solche Hymne die bestehende Ausgrenzung sächsischer Migrantinnen und Migranten verstärken würde, es gibt einfach keine rationalen Argumente, welche für die Einführung dieser Hymne sprechen würden! Selbstverständlich ist es allen sächsischen Einwohnerinnen und Einwohnern freigestellt historisches Liedgut zu singen, eine verbindliche Einführung eines solchen historischen Liedtextes für offizielle Anlässe oder zum Tag der Sachsen lehne ich allerdings entschieden ab!“

Die Jungen Grünen und die Jusos des Kreises Meißen vermuten hinter dem  Vorpreschen der JU  entweder Unbedachtheit oder die Furcht vor  einem Abstimmungsergebnis der Bürgerinnen- und Bürger.

Martin Oehmichen: „Der Wunsch der Jungen Union, dass sich das Bedürfnis nach einer Hymne „von unter heraus“ (so Fiolka) entwickeln würde, erscheint realitätsfern. Das Emnid-Institut hat 1995 eine repräsentative Umfrage durchgeführt, bei der 72 Prozent der Befragten gegen die Einführung einer Sachsen-Hymne votierten, 2005 stieg die Ablehnung sogar auf 75 Prozent. In einer sachgerechten BürgerInnenbeteiligung und Abstimmung würde es schnell offenbar werden – die unnütze Forderung der Jungen Union nach einer sächsischen Hymne kann zu den Akten gelegen werden!“

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