SPUNK Interview zur Kommunalwahl

Jung, Grün, Stachelig„Mein Ziel junggrüner Politik ist es, jungen Menschen im Kreistag eine Stimme zu geben, und sie durch die Schaffung transparenter und offener Entscheidungsprozesse einzubeziehen, denn es geht um unsere Zukunft!“

SPUNK: Hallo Martin! Du kandidierst auf Platz 1 der grünen Liste für den Kreistag des Landkreises Meißen in Sachsen. Für welche Themen möchtest du dich im Kommunalparlament einsetzen, wenn du gewählt bist?

Martin: Ich stehe und fordere einen offenen und gastfreundlichen Kreis Meißen, einen menschenwürdigen Umgang miteinander und setze mich gegen Rassismus, Stigmatisierung und Vorurteile ein. Mein Ziel ist es, dass sich alle Menschen im Kreis Meißen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Alters oder ihres sozialen Status wohl fühlen und entfalten können. Außerdem setze ich mich für eine gute und zukunftsfähige Pflegepolitik ein. Die bisherigen Strukturen in der medizinischen Versorgung und der Pflege werden zur Bewältigung des steigenden Behandlungs- und Pflegebedarfs nicht ausreichen. Insbesondere müssen in den ländlichen Regionen, und das besonders auch im Kreis Meißen, neue Versorgungsstrukturen für die steigende Zahl pflegebedürftiger und kranker Menschen geschaffen werden.

SPUNK: Gibt es ein bestimmtes Ereignis, das dich damals politisiert hat?

Martin: In meinem Elternhaus haben wir immer politische Ereignisse diskutiert. Deshalb habe ich mich schon lange für Politik interessiert. Endgültig politisiert hat mich das Umfallen und Aufgeben der Ideale, Schwerpunkte und Versprechungen vieler Parteien. Ich bin froh, dass die Grünen bei der Anti-Atom-Politik und dem Ausstieg aus der Braunkohle nicht umgefallen sind. Das macht mir die Partei glaubwürdig. Ich möchte, dass auch noch nachfolgende Generationen gut auf unserem Planeten leben können. Glaubwürdigkeit ist in unserem Zeitalter der Politiker_innen- und Parteienverdrossenheit ein hohes Gut.

SPUNK: Weshalb genau Kommunalpolitik? Strebst du nicht nach Höherem?

Martin: Die Wurzel unserer Demokratie liegt in der Kommune. Gerade auf der kommunalen Ebene lässt sich unmittelbar erfahren, dass das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, starken Menschenrechten für alle, besserer Klimaschutz und saubere Energie, eine ökologische Landwirtschaft ohne Gentechnik und ohne Massentierhaltung nicht nur abstrakte gesellschaftliche Güter sind, sondern dass dies zugleich eine lebendige Norm für das Handeln jedes einzelnen Menschen sein sollte. Kommunalparlamente sind dafür eine nicht zu unterschätzende politische Stellschraube und bieten sehr viele Handlungsmöglichkeiten. Hierbei geht es beispielsweise um Daseinsvorsorge und praktische Lebenslagen, um Problembewältigung und Gestaltung des direkten Umfelds.

SPUNK: Was bedeutet es für dich, junggrüne Politik zu machen?

Martin: Junge Menschen sind alles andere als politikverdrossen. Viele engagieren sich und sind interessiert. Leider finden sie jedoch im politischen Betrieb immer weniger Anknüpfungspunkte, fühlen sich in den Räten oder Parlamenten nicht repräsentiert und fühlen sich vor allem schlecht informiert. Mein Ziel junggrüner Politik ist es, jungen Menschen im Kreistag eine Stimme zu geben, und sie durch die Schaffung transparenter und offener Entscheidungsprozesse einzubeziehen, denn es geht um unsere Zukunft!

SPUNK: Gibt es Themen, mit denen sich die Grüne Jugend deiner Meinung nach stärker beschäftigen sollte?

Martin: Ich bin der Meinung, dass wir uns als GJ verstärkt mit dem demografischen Wandel befassen müssen, denn der demografische Wandel, der uns immer wie ein Damoklesschwert dargestellt wird, ist in unzähligen Themenfeldern eigentlich die demografische Chance.

SPUNK: Würdest du ganz exklusiv für den SPUNK von deinem schönsten Erlebnis bei der GJ erzählen?

Martin: Es gibt viele schöne Erlebnisse, die ich bei oder besser gesagt mit der GJ erlebt habe. Entscheidend finde ich den gegenseitigen Respekt, die Wertschätzung und die faire Diskussionsfreude in der GJ. Wahrscheinlich ist das schönste „Erlebnis“, dass viele Menschen aus der GJ einem auch in schwierigen und scheinbar aussichtslosen Situationen beistehen, einem immer wieder Mut zusprechen und bei der Findung von Lösungen unterstützen.

Das Interview für den SPUNK führte Miene Waziri

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