Tipp: MDR Exakt im Asylsuchendenheim Radebeul

MDR exakt war im Asylsuchendenheim Radebeul und hat dort mit einem Bewohner gesprochen. Der Link zum Beitrag: Hier klicken

Wir benötigen unbedingt eine deutliche Erhöhung der Sozialarbeit. Der derzeit geplante Schlüssel von 1 SozialarbeiterIn für 150 AsylbewerberInnen ist viel zu niedrig und muss weiter gesenkt werden.
 Allein die Absenkung des geplanten Schlüssels reicht bei weitem nicht aus!

Hoher Prozentsatz leidet unter posttraumatischen Belastungsstörungen

Wie U. Gaebel in Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schon 2005 in eine Studie feststellte leiden 40% der AntragstellerInnen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. In den aktuellen Leitlinien der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Psychotraumatalogie wird sogar von einer 50%igen Prävalenz unter Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfern (Flatten et al 2011) ausgegangen.

Viele Asylsuchende belastet die Angst vor einer Abschiebung und das enge Zusammenleben in einer Gemeinschaftsunterkunft. Die Perspektivlosigkeit, das Verbot zu arbeiten, die Residenzpflicht, entwürdigende Sachleistungen und die nicht Ermöglichung von Sprachkursen erschweren die Situation signifikant. Zusätzlich führen die Sorge um Verwandte, welche weiterhin kriegerischen Handlungen, Folter und Inhaftierung ausgesetzt sind zu einer deutlichen Symptomverstärkung und Krisen. Um diesen begegnen zu können muss neben einer sozialen Betreuung unbedingt die psychologische Betreuung ausgebaut (teilweise sogar erst aufgebaut) und eine dezentrale Unterbringung umgesetzt werden.

Gesundheitskarte für Asylsuchende

Niemand darf aufgrund von Nationalität oder Aufenthaltsstatus im Gesundheitssystem benachteiligt werden. Derzeit müssen Asylsuchende für eine Behandlung einen Krankenschein vorlegen, welchen sie bei SachbearbeiterInnen in Ämtern beantragen müssen. Alle Menschen mit Leistungsbezug nach § 3 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) müssen eine reguläre Krankenkassen-Chipkarte erhalten. Die derzeitigen aufenthaltsrechtlichen Regelungen mit Krankenschein und amtliche Genehmigung des Arztbesuches hebeln die ärztliche Schweigepflicht aus. Dies ist weder für Ärztinnen und Ärzte noch für Asylsuchende zumutbar und macht deutlich, dass eine sofortige Einführung einer Gesundheitskarte für Asylsuchende dringend notwendig ist.

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