VCD fordert neues Buskonzept für Radebeul

© VCD Lutz DresslerRadebeuler sollen mitreden können

Über 70% der Wege, die Radebeul und Coswig verlassen, gehen nach Dresden: Für den ÖPNV übernehmen vor allem S-Bahn und Straßenbahn diese Beförderungsleistung. Allerdings umfasst das Einzugsgebiet der Haltestellen nur wenige hundert Meter. Die Fahrtenhäufigkeit nimmt ab 300m Entfernung stark ab. Der VCD-Landesverband Elbe-Saale bemängelt, dass einige wichtige Ziele in Radebeul für Menschen mit Gehbehinderung mit den Öffentlichen kaum erreichbar sind. So ist der Stadtteil Niederlößnitz in großen Teilen (zwischen Moritzburger Straße und Lößnitzgrundbahn, oberhalb der Meißner Straße) bisher nicht vom ÖPNV erschlossen, dasselbe gilt unter anderem für den Rietzschkegrund, das Bilz- und das Lößnitzbad oder auch für das Spitzhaue. VCD-Sprecher Lutz Dressler sagt: „Busse sollten als Zubringer zu Straßenbahn und S-Bahn fungieren. Wir fordern, dass sich die Stadt zusammen mit dem Landkreis Meißen Gedanken zu einem neuen Liniennetz für Radebeul macht und frühzeitig die Wünsche der Radebeuler z.B. in einer Bürgerversammlung erfasst.“

Wer sich heute entschließt für einen Weg von den Landesbühnen Sachsen nach Dresden-Gohlis den ÖPNV zu nehmen, muss momentan viel Geduld mitbringen. Denn obwohl die Luftlinie gerade einmal 2,5 km beträgt,muss mit einer knappen Stunde Fahrtzeit gerechnet werden. Ein Autofahrer schafft diese Strecke in wenigen Minuten. Der VCD begrüßt daher die Überlegungen die Dresdner Linie 94 nach Radebeul West zu verlängern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Sachsen befindet sich Radebeul seit gut zehn Jahren im Wachstum. Verkehrstechnisch  stellt das die Stadt aber vor größere Probleme. Insbesondere die Straßen in Richtung Dresden sind stark befahren, der nahe Elbepark als großes Shoppingcenter tut sein Übriges. Aufgrund der Lage im Talkessel bestehen für Radebeul keine Alternativen – eine Ortsumfahrung ist ebenso wenig möglich wie den Verkehr als Tunnel unter der Stadt hindurchzuführen. Und einen Großteil des Verkehrs nach Dresden auf die andere Elbseite zu verlegen kann auch nicht die Lösung sein, da dort genauso Menschen in Ruhe leben möchten.

Damit die Nahverkehrsangebote auch wahrgenommen werden, sind viele Bausteine nötig. Unter anderem muss es auch einen ansprechenden Takt geben, der ein rasches Vorankommen ermöglicht, so der VCD.

Alle Radebeuler Buslinien (im Januar 2014):

  • Linie 327 der Regionalverkehr Dresden GmbH verkehrt ab Montag wie bisher in dem folgenden Verlauf; Radebeul-Kötzschenbroda/Dresden-Trachau – Radebeul-Ost – Boxdorf – Wahnsdorf – Reichenberg
  • Linie 400: Coswig – Radebeul – Dippelsdorf – Boxdorf,Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM)
  • Linie 72: Elbepark – Altkaditz – Radebeul – Boxdorf – Hellerau -Klotzsche, VGM und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB)

Liniennetzplan

Für Rückfragen: Lutz Dressler • VCD-Landesverband Elbe-Saale • elsa-presse@vcd.org • www.vcd-mitte.de/radebeul

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